Liri fand eine alte Sternenkarten-Skizze: ein quadratisches Suchgebiet, dessen Seite aus zwei Teilstrecken bestand – (x + 3)². „Ist das nicht einfach x² + 3²?"
Eine Klammer, zweimal genommen
➕ Erste binomische Formel – die Plus-Formel
Stell dir (a+b)² als die Fläche eines Quadrats vor, dessen Seite a+b lang ist.
(a+b)² = a² + 2ab + b²
Beispiel: (x+3)² = x² + 2·x·3 + 3² = x² + 6x + 9
➖ Zweite binomische Formel – die Minus-Formel
(a−b)² = a² − 2ab + b²
Beispiel: (x−5)² = x² − 2·x·5 + 5² = x² − 10x + 25
✖️ Dritte binomische Formel – Plus mal Minus
(a+b)(a−b) = a² − ab + ab − b² = a² − b²
−ab und +ab sind entgegengesetzt gleich groß – sie löschen sich aus.
(a+b)(a−b) = a² − b²
Beispiel: (x+4)(x−4) = x² − 16
🔄 Rückwärts – vom Ergebnis zur Klammer
Die Formeln funktionieren auch rückwärts: aus a² − b² kannst du sofort wieder (a+b)(a−b) machen.
Wenn Astronomen die Flächen von Sternenkarten-Ausschnitten berechnen, die aus zusammengesetzten Quadraten bestehen, nutzen sie genau dieses Aufteilungsprinzip.
Auch in der Physik tauchen Ausdrücke wie (v+w)² auf, wenn sich zwei Geschwindigkeiten addieren – dieselbe Formel, andere Buchstaben.
(a+b)² ist nicht a² + b²! Der mittlere Term 2ab wird oft vergessen. Merke: (a+b)² = a² + 2ab + b² – nie ohne den mittleren Term.
Drei Formeln, ein Bild im Kopf
Liri musste sich keine drei Formeln mehr auswendig einprägen – sie sah einfach das geteilte Quadrat vor sich. Und mit der berechneten Fläche konnte sie ihr Suchgebiet endlich eingrenzen.
Kapitel 46 gemeistert!
Liri kann jetzt Klammern in beide Richtungen sicher auflösen.
„Binomische Formeln als Struktur merken, nicht als Buchstaben: (Erstes+Zweites)²=Erstes²+2·Erstes·Zweites+Zweites². So erkennt man sie auch mit anderen Variablen wieder."