Erklärus konnte nicht schlafen.
Das tat er nie – nicht weil er Albträume hatte. Sondern weil er Fragen hatte. Immer. Zu viele Fragen für eine einzige Nacht.
Er lag auf dem Rücken, starrte durch sein Dachfenster in den schwarzen Novemberhimmel – und zählte Sterne. Nicht um müde zu werden. Sondern weil er es wissen wollte: Wie viele sind da wirklich?
„Eins… zwei… drei…" murmelte er.
Da – kurz nach Mitternacht – klopfte es ans Fenster. Nicht laut. Eher so, wie wenn jemand höflich anklopft und hofft, dass jemand aufmacht.
Erklärus öffnete das Fenster. Auf dem Fensterbrett saß ein kleiner Stern – etwa so groß wie eine Aprikose, warm und golden, und er zitterte ein bisschen. So wie jemand, der lange gereist ist und nicht weiß, ob er willkommen ist.
Erklärus blinzelte. Er nahm die Brille ab, putzte sie sorgfältig, setzte sie wieder auf. Der Stern war noch immer da.
Das war fair, dachte Erklärus. Er holte sein Notizbuch und schrieb auf die erste Seite: